Baumberger

Baumberger Sandstein

Der Marmor des Münsterlandes

Der Baumberger Sandstein wird seit mehr als 1.000 Jahren in den Baumbergen bei Münster abgebaut. Seine Blütezeit erlebten der Abbau und die Verbreitung im Mittelalter. Während der Hansezeit wurde das Material im gesamten nordeuropäischen Raum, vornehmlich in den Niederlanden aber auch bis Südschweden und bis ins Baltikum, als Rohware und fertige Bildhauerarbeit exportiert. Der "westfälische Marmor" wie der Baumberger auch genannt wurde, ist ein Material das seinesgleichen sucht.
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Gesteinsname

Sandiger Kalkmergelstein

Handelsname

Baumberger Sandstein

Alter

Oberes Kreidezeitalter - vor 83 Mio. Jahren

Bestandteile

· Sehr feinkörniger, mergeliger Kalksandstein
· graue, im verwitterten Zustand gelbliche bis gelbbraune Farbe
· teilweise geringer Glaukonit- oder Limonit-Anteil
· Fossilien

Vorkommen

Münsterländer Baumberge. Früher wurde er aus zahlreichen "Kuhlen" im Raum Nottuln, Billerbeck und Havixbeck abgebaut. Heute gibt es nur noch drei aktive Steinbrüche in den Baumbergen.

Verwendung

· Massivbau
· Außenverkleidung
· Bildhauerei




Beispiele

· Schloss Münster
· Großteils des Doms zu Münster
· Rathaus und Friedenssaal Münster
· Fassaden am Prinzipalmarkt in Münster
· Schlösser und Burgen im Münsterland
Schicht für Schicht wunderschön

Geologie

Vor Millionen Jahren entstanden - heute im Münsterland abgebaut
Im Nordwesten von Münster erheben sich die Baumberge. Seit dem frühen Mittelalter wird hier der fein- bis mittelkörnige, gelbliche Baumberger Sandstein als Werkstein abgebaut. Da der Anteil des Minerals Calcit zwischen 50 und 70 Prozent liegt, wird das Gestein richtigerweise als stark sandiger Kalkstein oder Kalksandstein bezeichnet. Der Baumberger Sandstein entstand als marine Ablagerung im oberen Kreidezeitalter, vor etwa 83 bis 72 Millionen Jahren.
Baumberger Sandstein wurde zunächst nur für den Bau von Kirchen verwendet und erst ab dem 14. Jahrhundert zunehmend für Profanbauten genutzt. Für Steinmetzarbeiten wurde der Baumberger Sandstein weit über das Münsterland hinaus genutzt. Lieferungen in viele Städte im norddeutschen Raum und sogar bis in die Niederlande, Skandinavien und ins Baltikum, sind bis ins Mittelalter und bis in die Frührenaissance nachweisbar. Gegenwärtig sind noch drei Steinbrüche in den Baumbergen in Betrieb.
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Eckdaten des Baumbegrer Sandsteins

  • Rohdichte
    2,18 kg/dm³
  • Biegezugfestigkeit
    11 N/mm²
  • Druckfestigkeit
    50 N/mm²
  • Wasseraufnahme
    6,4 Gew.-%
  • Abriebfestgkeit
    26,4 cm³/50cm²
  • Wetter
    bedingt frostbeständig